Tiefkühllasagne und ihre Tücken

Vor eineinhalb Wochen (glaube ich jedenfalls) war es soweit: ich kaufte das erste Mal in meinem Leben Tiefkühllasagne im Konsum um die Ecke. Das ist ja so eine Sache mit den Tiefkühlwaren: Mir wurde es so beigebracht, dass Fastfood & Co. (und damit auch die meisten Dinge aus der Tiefkühltruhe) nicht das Gesündeste der verfügbaren Nahrungsmittel sind. Ich habe mir aber nichts daraus gemacht und mir trotzdem zwei Packungen Tiefkühllasagne von Gut & Günstig gekauft.

Das Kaufen ist ersteinmal an sich nicht das Problem. Auch das Nach-Hause-Tragen nicht. Selbst das Öffnen der Packung stellt einen vor nicht allzu große Probleme, was bei vielen anderen Produkten schon anders aussieht. Der schwierige Part liegt darin, sich zu überlegen wie man denn die Lasagne nun in den Ofen schiebt. Vorgeheizt ist er ja schon.

Wenn man der Beschreibung auf der Rückseite der Verpackung nämlich folgt und auf der Vorderseite die Abdeckung entfernt, darf man das „gefrorene Produkt“ in den Backofen schieben. Das ist schön, nur wenn man sich (als ach so rationaler Mensch) ausmalt, was mit der Lasagne und der zur Zeit noch gefrorenen dann aber aufgetauten Soße geschieht, wenn man sie in einen auf 230°C vorgeheizten Ofen schiebt, dann weiß man, dass man sicher nicht nur „das gefrorene Produkt“ auf’s Blech legen kann.

Also liegt es nahe, die gefrorene Lasagne in ihrer (wie es scheint) für den Ofen gefertigten Form zu belassen und mit ihr zu backen. Doch auch hier klingelt es bei mir wieder im Kopf: Man kann doch keine Verpackung bei 230°C mitbacken! Das verkohlt doch alles! Oder verbrennt sogar!

Man(n) oder Frau steht also an dieser Stelle vor einem nicht unerheblichen Problem: Lasagne ohne irgendetwas backen und darauf hoffen, dass die Schwerkraft heute mal nicht auf die Soße einwirkt oder Lasagne mit der vorgefertigten Verpackung backen und darauf hoffen, dass die Entzündungstemperatur der Verpackung über 230°C liegt.

Ich habe mich beim Letzten mal schließlich dafür entschieden, die Lasagne mit Verpackung zu backen, weil ich mir ganz einfach gedacht habe, dass der Hersteller das Produkt bestimmt idiotensicher gemacht hat, auch für den Fall, dass jemand so doof ist und die Verpackung mit in die Röhre schiebt. Meine Entscheidung erwies sich als korrekt, die Verpackung ging zu meinem Glück nicht in Flammen auf. Heiß war sie trotzdem nach den 45 min backen, sehr heiß sogar.

Wenn man es dann geschafft hat und die Lasagne endlich fertig ist (die Wartezeit überbrückt man übrigens leicht mit einem Bier, nur so als Tipp), nimmt man sie logischerweise aus dem Backofen heraus, das macht man am besten mit diesen lustigen Topflappen, ansonsten hat man danach Verbrennungen an den Fingern.

Nun stellt man die Lasagne am besten auf ein Brett, dann hat man danach keine unschönen Brandflecken auf der Mahagoni-Küchenplatte. Doch schon wieder steht man vor einem Problem: Wie zur Hölle (temperaturenmäßig genau passend) bekomme ich jetzt diese Lasagne aus der Form heraus, die mir beim Backen doch so gut Dienste geleistet hat?!

Anscheinend haben die Produktplaner von Gut & Günstig an dieser Stelle aufgehört zu denken, es sei denn sie sprächen dem Endverbraucher jede Form der Esskultur ab. Denn die frisch gebackene Lasagne ist einfach nicht aus der ehemaligen Verpackung herauszukriegen! Das liegt zum einen am Käse und an der Soße, die beide die Lasagne untrennbar mit der Verpackung verbinden, andererseits kann man jene auch nicht aufschneiden, aufbrechen o.Ä. weil sie durch den Backvorgang steinhart geworden ist.

Folglich steht man wieder vor einer Entscheidung: Lasagne aus der Form essen und sich jeglichen Regeln, die man von Muttern gelernt hat, verweigern oder Lasagne auf einen Teller stürzen und auf den Moment des Einstechens in den wohlschmeckenden Käse, den man doch so schön im Ofen hat bräunen sehen, verzichten. Ich habe mich für letzteres entschieden, der Käse hat mir gefehlt, ganz ehrlich.

Heute Abend wird es wieder einmal soweit sein: Ich werde mir Tiefkühllasagne machen. Ob’s heute besser klappt wage ich zu bezweifeln, dafür bin ich die entsprechenden Überlegungsschritte schon das letzte Mal zu intensiv durchgegangen.

In Trauer um den Käse,
Henning

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4 comments so far

  1. Deef on

    Ich finde Tiefkühllasagne zum Brechen, wie die meisten Fertiggerichte. Aber Fischfilet a la Bordelaise lasse ich mir noch gefallen.

  2. Henning on

    Ganz ehrlich: Irgendwie schmeckt das Zeug ja, aber eben auch nur irgendwie.

    Keine Frage – ich esse auch lieber selber gemachte Lasagne, aber wenn man sich nunmal keine Mühe machen will 😉

    Ansonsten finde ich Tiefkühlprodukte eigentlich ganz OK, es gibt da viele gute Sachen von Frosta!

  3. Jungo on

    Ich bin auch vor kurzem zum ersten mal in den genuss von Tiefkühllasagne gekommen. und nachdem ich mehrfach versucht habe die fertige Lassagne aus den Verpackung zu bekommen, hab ich mir einfach 2 Lasagneformen gekauft. Nun packe ich das tiefgefrorene Teil direkt in die „Auflauffrom“ und schiebe es entweder in den Ofen oder die Mikrowelle (wenn es schnell gehen soll).
    Schau einfach mal da, wo es „Geschirr“ gibt

  4. Silke on

    Hallo,

    wo, zum gehörnten Mann aus der Unterwelt, ist denn das Problem, die TK-Lasagne aus der Packung zu essen??
    Sowas isst man ja wohl eher zu haus, wo man alleine ist. Habt ihr noch nie was direkt aus der Packung verzehrt?
    Und wieso kauft man sich das Zeug eigentlich nochmal, wenn man sich so darüber aufregt?
    Das Bier während der Wartezeit haste dir wahrscheinlich auch noch in ein Glas gekippt, anstatt wie normale Menschen aus der Flasche zu trinken…


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