Ein Wochenende in Berlin – Part 2

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Berlin Hbf 1 - Thumbnail

Ortswechsel: Ich sitze auf einer Bank im Erdgeschoss vom Berliner Hauptbahnhof. Es ist 17:38, mittlerweile ist es draußen dunkel. Um mich herum laufen die Leute gestresst die breit angelegten Wege entlang. Genervt von Weihnachtsmusik und anderen Formen der Dauerbeschallung bahnen sie sich ihren Weg. Ich halte inne.

Am Bahnhof Zoo hat mich vorhin ein Mitglied von Scientology angesprochen. Er drückte mir einen Werbezettel in die Hand, auf dem stand, dass die Scientology Kirche Berlin kostenlose Intelligenz- und Persönlichkeitstests anbiete. Man könne sich dabei selbst kennenlernen, ohne Verpflichtungen einzugehen. Der Mann fragte mich auf leichtem Schwäbisch, auf welche Schule ich denn ginge. Ich meinte, dass ich in Leipzig auf das Evangelische Schulzentrum ging. Das löste Erstaunen bei ihm aus und er sagte „Wow!“. Dann fragte er mich, was ich denn schon von Scientology gehört hätte.

Da ich zögerte, brachte er selbst Beispiele wie „Sekte“ und „Gehirnwäsche“. Ich antwortete, dass in den Medien ja wohl vorwiegend eine negative Sicht über Scientology verbreitet werde und dass ich daher durchaus die Begriffe „Sekte“ und „Scientology“ miteinander in Verbindung brächte. Ich fügte auch noch den Namen „Tom Cruise“ an, woraufhin der schwäbische Missionar die Augen verdrehte und merklich durch Stöhnen seinen Unmut bekundete.

Scientology Zettel - Thumbnail

Ich fragte mich in diesem Moment, wie sich ein Werber für eine Vereinigung, egal welcher Art, so gegenüber einem potenziellen Mitglied verhalten kann. Aber das geht mich ja nichts an. Er fing dann an, mir zu erzählen, dass Scientology jetzt ein Informationscenter in Berlin eröffnet habe und deutete mit dem vor Kälte weiß angelaufenen Finger auf einen roten Kasten auf dem Infozettel.

Ich meinte „Aha“. Er sagte dann, dass es dort Informationsabende gebe, bei denen man sich unabhängig und unverbindlich über Scientology informieren könne. Ich sagte „Aha“. Daraufhin meinte er, dass ich doch mal vorbeischauen könnte. Ich sagte ausweichend „Ja, mal sehen, danke schonmal“. „Gut, danke, ciao!“ erwiderte er und ich ging.

To be continued

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